The
Black Madonna
Pilgrim Songs from the Monastery of Montserrat (1400-1420)
NAXOS
Eine der ersten Begegnungen mit düsteren Klängen dunkler Zeitalter bannten SPK auf Platte, die mit ihrem Album "Zamia Lehmanni - Songs of Byzantine Flowers" zu beeindrucken wussten. Erst Jahre später trat eine Gruppe namens Dead Can Dance ins Rampenlicht, die sich scheinbar ähnlicher Quellen bediente. Woher kam diese Musik? Oder handelte es sich um ein willkürliches Mischmasch von Instrumentierungen und Gesangsformen?
Mitnichten. Ein Beleg für das Geschichtsbewußtsein der beteiligten Musiker liegt mit "The Black Madonna" vor. Die hier festgehalten Lieder und Tänze stammen aus dem Libre Vermell de Montserrat, ein aus fünf Teilen bestehender Codex der Benediktinergemeinschaft von Montserrat. In den fünf Teilen sind neben Listen der Ablässe oder Regeln der
Ensemble Unicorn |
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| Berlinda Sykes Bernhard Landauer Agnes Boll Susanne Kurz Ulrike Wedening James Curry Raimund Natiesta Marco Ambrosini Thomas Wimmer Riccardo Delfino Katharina Dustmann Wolfgang Reithofer Michael Posch |
Voices Countertenor Soprano Soprano Soprano Tenor Bass Fiddle Fiddle, laud, rebec Gothik harp, snareharp Ripp, zarb, davul, darabukka, bandir Darabukka, Schellentamburin Recorders |
Ordensgemeinschaft auch Zehn Musikstücke
aufgezeichnet. Die geistlichen Lieder und Tänze wurden den Unterlagen Ende des 13.
Jahrhundert hinzugefügt. Sie weisen deutlich die Handschrift der byzantinischen Musik, in
der sich die weltlich höfische Musik mit der Kirchemusik vermischte. Einflüsse aus allen
Teilen des byzantinischen Reiches, das in seinen Anfängen den Balkan bis zur Donau,
Kleinasien, Syrien, Ägypten und Libyen umfaßte, finden sich für mich in diesen
phantastischen Liedern und Gesängen wieder. Im Booklet heißt es dazu: "In den
Liedern findet man eine Verschmelzung von einfachen spanischen Volksmelodien und komplexen
höfischen Kompositionstechniken aus Italien und Frankreich.
Die Leistung des Ensemble Unicorn
liegt in der Fähigkeit, die Vergangenheit in Sequenzen wieder aufleben zu lassen. Es ist
als würde man die Tänzerinnen und Tänzer vor sich sehen, während andere Pilger ihrem
stillen Gebet an die Schwarzen Madonna nachgehen.
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Mittelstädt]. Alle Rechte vorbehalten.
Stand: Mittwoch, 27. Juni 2001