| klassisch, ein Begriff, der
von der Dichtung und bildenden Kunst, besonders von der Architektur, entlehnt wurde und in
der Musik nur mit wechselnder Sinngebung, in der strengen Bedeutung des Wortes gar nicht
angewendet werden kann. Als k. wurde die Kunst Griechenlands empfunden, obwohl sie das
auch nur im weiten Überblick war, während im engeren Sinn nur das 5. und 4. Jh. v. Chr.
die klass. Epoche der griech. Kunst bildeten. Bestrebungen des Abendlandes, diese Kunst zu
erneuern, wurden k. genannt: als sich die Renaissance auf die Form der griech. Tempel und
Säulen besann, als Goethe nach der Sturm- und Drangperiode die griech. Sage Iphigenie neu
dichtete usw. Von alldem kann in der Musik keine Rede sein, die wieder verlebendigt werden
könnte. In der Musik kann k. nur meinen: wieder die Vollendung, die harmon. Gültigkeit erreichen, die die griech. Kunst in ihrer besten Zeit besaß. In der Musik bezeichnet daher k. nicht so sehr eine bestimmte Stilepoche als vielmehr die geistigen Höhenlage, die immer nur wenige Meister erreicht haben. Die Messen von Palestrina gelten ebenso als k. wie die Opern von Mozart, obwohl beide fremdem Stilbezirken entstammen. Insbes. werden die Großen Drei: Haydn, Mozart, Beethoven, als Klassiker bezeichnet. Ihre Werke werden als Höhepunkte der abendländ. Kultur empfunden. Im übrigen gibt es für den Begriff k. keine klaren Grenzen, weil alles von der subjektiven Wertung abhängt. Während die Romantiker Schubert und Schumann in der Regel als Klassiker der Romantik gelten, wird Wagner diese Bezeichnung meist versagt. Denn ein Merkmal der Klassik ist, daß die so bezeichneten Werke eine von aller Problematik freie Gültigkeit erlangt haben. Im ewigen Spiel zwischen Form und Inhalt muß völlige Ausgewogenheit erreicht sein. Werke, in denen Drängen, Suchen, Ahnen noch keine letzte Meisterung gefunden haben, gelten nicht als k. Werke, die klass. Idealen nachstreben, sich das Klassische aber nur als Kostüm wählen, nennen wir klassizisstisch und meinen dies meist in tadelndem Stil. Das neue Ullstein Lexikon der Musik; Hsg. F. Herzfeld, 1957/89 Verlag Ullstein GmbH, Frankfurt/M., Berlin, S.368 |
SYNAULIA
Die Musik des antiken Roms
Band 1
Blasinstrumente
AMIATA-Records
Das Antike Rom hat uns reichlich Material
hinterlassen, in denen Sitten und Gebräuche ausführlich festgehalten wurden. Was im
Bezug auf die Musik allerdings fehlt, das sind Notenschriften.
Um nun frühen Spielweisen von Instrumenten auf die Spur zu kommen, fließen
unweigerlich mehrere Forschungsdisziplinen zusammen. Neben der Paläorganologie sind das
die Archäologie, die Musikwissenschaft, die Ethnologie sowie das Studium zeitgenössischer
Autoren.
Ein Freak auf diesem Gebiet ist Walter Maioli. Der 1950 in Mailand geborene
Musiker,
Paläorganologe (Wissenschaft der Ursprünge der Musikinstrumente) und
experimentelle Archäologe widmet sich seit geraumer Zeit der Erforschung vorgeschichtlicher
naturalistischer Kunst sowie der Traditionen der Völker. Er selbst komponiert
Musik, spielt Flöten und Percussioninstrumente. Betrachtet man die vielfältigen
Aktivitäten Maiolis, so kommt einem der Verdacht, das all die Zuordnungen aus
einer Verlegenheit heraus stattfinden. Anders ist es Außenstehenden kaum möglich
nachzuvollziehen, welchen Radius seine Kräfte haben. So gibt es beispielsweise
noch einige Aktivitäten, die ihm bei dem Projekt SYNAULIA zugute kommen dürften.
Da währen beispielsweise seine Erfahrungen als Mitarbeiter ritueller Theater,
eigene Konzerte, Workshops und die Zusammenarbeit mit großen Unternehmen wie
Walt Disney oder der Umweltschutzorganisation WWF (World Wildlife Fund).
Dabei kennt Walter Maioli keinerlei Berührungsängste, wie etwa ein CD-Projekt für
ARCHEON (niederländischer Park für Experimentelle Archäologie) namens
"200.000 jaar muziek" zeigt.
Mir seinem Projekt
SYNAULIA hat Maioli eine Musik-, Tanz- und Theatergruppe ins Leben gerufen,
mit der er nun Musik aus dem antiken Rom versucht nachzuempfinden. Als Vorgabe
dienen nicht nur berühmten Mosaikgebilde, zeitgenössische Autoren und antike
Reliefs, sondern auch Originalschauplätze, von denen Rom noch reichlich zu bieten
hat.
Um sich der Stimmung vergangener Zeiten zu "erinnern" versuchen die Musiker die
akustischen Gegebenheiten in sich aufzunehmen, und eine homogene Spielweise zu
entwickeln.
Was der Zuhörer beim abspielen dieser Platte zu hören bekommt schwankt zwischen Mystik,
Magie und Folklore. Manches ist dabei gewöhnungsbedürftig, manches könnte glatt
modernen Strömungen innerhalb des Jazz oder der Klassik zugeordnet werden. Ob damit
zugleich die Strömungen innerhalb der klassischen Musik ein Stück weit verständlicher
werden sollte jeder einmal selbst erfahren. AMIATA-Records
haben für diese Musik extra die Sparte "Musica Antiqua" geschaffen.
| Walter Maioli | Doppel-, Pan-, Acutusflöte, Altägyptische Flöte, Flöte, Bucina, Muscheltrompete, Rhombus, Schlaghaut, Discòs, Scabillum |
| Luce Maioli | Zimbeln, Tympanum, Bucina, Horntrompete, Panflöte, Klangsteine, Stimme, Glocken |
| Natalia Van Ravenstein | Tympanum, Stimme, Zimbeln, Panflöte (Rohrpfeife), Schabhorn, Tympanum mit Schellen, Glocken |
| Wjnand Simons | Panflöte, Crotala, Bucina, Horntrompete, Tympanum, Klangsteine, Rohrblattflöten, Schlaghaut, Tympanum mit Schellen, Stimme, Glocken |
| Christina Majnero | Rohrblattflöte, Bucina, Horntrompete, Stimme, Zimbeln, Discòs, Rezitativ |
| Roberto Stnaco | Rohrblattflöte, Tympanum, Discòs, Zimbeln, Scabillum, Schlaghaut |
| Gaetano Delfini | Bucina, Horntrompete, Tuba, Cornu |
| Romeo Mangino | Tympanum |
| Caterina Welffens | Zimbeln |
| Elvira Impagatiello | Stimme |
| Renata Chiesa | Stimme |
| Anthon Veggi | Rezitativ in altägiptisch, Stimme |
Copyright © 1997 [by Weltklang].
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Stand: Mittwoch, 27. Juni 2001