Jean
Michelle Jarre - "ZOOLOOK"
dreyfus/sony
Dieses Album hat tiefste Spuren in meiner Seele hinterlassen. Nachdem ich
eine fast siebenjährige Pause von Jarre gemacht hatte, diese Überraschung. Equinox (78), aber vor allem Oxygene
(76) hatten mich in soviele Alpträume begleitet, das ich nicht mehr wusste wem ich jetzt
die Effekte zuschreiben mußte: den Drogen oder dem Sound. Nachdem ich in irgendeinem
abgelegenen Bauernhaus stoned den Laierkastenmann von Oxygene
sah, hab ich erst einmal das Handtuch geschmissen.
Jahre später hörte ich im Radio einen unglaublichen Sound, etwas das für
Elektronikmusik erstaunlich perkussiv klang und nach vorne losging. Es war der Titeltrack "ZOOLOOK", ein für diese Zeit
unwahrscheinlicher Hammer. Während die einen sich von der NDW
zusabbern ließen, der Rest der Welt den New Wave über sich
hereinbrechen ließ, dieser Sound. Also nichts wie ab in die Vinylbude und erstmals den
Longplayer auf den Teller.
| Laurie Anderson Adrian Belew Yogi Horton J.M.Jarre Marcus Miller Frederick Rousseau Ira Siegel |
vocals (Diva) guitars & effects dums keyboards & elect. devices bass add. keyboards add. guitars |
Mit diesen Zeilen dreht sich die 24-Bit-Digi-Version im Player. Es kommt
einer Wiedergeburt gleich. Was damals durch den Blätterwald schallte gilt nach wie vor.
"ZOOLOOK" ist eines der
experimentellsten Alben von Jarre, und ragt in seiner Geschlossenheit weit über andere
Erscheinungen der Elektronik-Szene hinaus. Mein Favorit ist ohne Frage "Diva"
mit Laurie Anderson. Ihre Stil mit Stimmen umzugehen hat meines Erachtens nicht nur in
diesem Track deutliche spuren hinterlassen. Einsamme klasse. Letztlich kann man nicht
sagen wer wen veredelt hat, und so soll befruchtende Arbeit ja schließlich enden.
Einziger Wehmutstropfen: Mit knapp 38 Minuten ist die Scheibe einfach viel zu kurz.
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Stand: Mittwoch, 27. Juni 2001