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Pete Seeger -
oder das Ideal vom aufrechten Gang
Der Name Pete Seeger klingt wie der Ausschnitt aus
der amerikanischen Geschichte von einer weit zurückliegenden Zeit .
Ganz so falsch ist dieser Eindruck sicherlich nicht, denn 80 Jahre
stellen für einen Menschen schon eine erhebliche Zeitspanne dar.
| Am 3. Mai 1919 wurde Pete als erster Spross
einer musikalisch stark vorbelasteten Familie in New York City
geboren. Sein Vater Charles verdiente derzeit den
Lebensunterhalt für seine Familie als Musikwissenschaftler,
unter anderem im Auftrag der |
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renommierten Library of
Congress. Pete`s Mutter Constance deClyver gab derweil
Violinenunterricht. Der Hang hin zum 5-String-Banjo wurde
schon in früher Kindheit von einigen prägenden Begegnungen
mit der Bluegrassmusik geprägt. |
Nachdem er im Zweiten Weltkrieg der Armee gedient
hatte widmete er sich wieder voll und ganz der Musik. Die erste Band
der er angehörte trug den Namen The Almanac
Singers und entstand 1940. Zu den Gründungsmitgliedern einer
der einflussreichsten Folkbands Amerikas gehörten, neben Pete,
Lee Hayes und Millard
Lampell. Nach dem Debütalbum wuchs das Trio auf ein Quartett
an, dem sich kein geringerer als Woody Guthrie
anschloss. In dieser Zusammensetzung zogen sie durch die U.S.A.,
traten in Fabriken und auf Gewerkschaftsveranstaltungen auf, bevor
Hayes und Lamell in L.A. wieder ausstiegen. Seeger und Guthrie
arbeiteten mit wechselnden Musiker bis `42 unter dem Namen Almanac
Singers weiter.
Für Pete ging es erst einmal Solo weiter. Die Tatsache,
dass er 1948 im Rahmen des McCarthyrismus2)
auf der Schwarzen Liste landete, auf der vor allem staatlich Bedienstete,
Künstler und Politiker landeten, hatte glatt den umgekehrten Effekt.
Seegers Popularität stieg enorm und die Kirchengemeinden rissen
sich förmlich um
Auftrittstermine.
1949 entstanden The Weavers.
Zu ihnen gehörten Lee Hays, Fred
Hellerman, Ronnie Gilbert und
Pete Seeger. Sie zählten zu den wenigen Folkbands denen ein
kommerzieller Erfolg ohne größere Kompromisse vergönnt war.
Obwohl Seegers politische Einstufung seitens der Kommission bekannt
war verkaufte die Gruppe z.B. im Jahr 1950 eine Million Tonträger.
Seeger blieb noch bis 1958 bei den Weavers. Die Weavers versuchten
Seeger zuerst durch Erik
Darling, dann durch Frank Hamilton
und schließlich durch Bernie Krause zu
ersetzen. 1963 gaben The Weavers nach 15jähriger Bandgeschichte ihr
Abschiedskonzert in der Carnegie Hall. Ende 1980 trafen sich alle
Mitglieder noch einmal zu den Dreharbeiten von WASN'T
THAT A TIME?, ein Dokumentarfilm über die erfolgreichen
Jahre der Weavers.
Seeger machte weiter von sich Reden indem er Songs
wie "Little Boxes",
"We Shall Overcome" oder "Where
Have All The Flowers Gone" auf seine Art sang. Hinzu
kam die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Arlo
Guthry, der bei uns vorwiegend durch den Film "Alice`s
Restaurant" bekannt wurde. In Seegers Marathonkonzerten
verbinden sich spanische- und afrikanische- sowie Negro Worksongs,
neuere und ältere Protestlieder und so manches Gospelsong zu einer
Einheit.
Neben den großen Erfolgen auf dem Gebiet der Musik
ist Pete aber in erste Linie immer wieder als Menschenrechtler und
Patriot in das Licht der Öffentlichkeit getreten. Ganz gleich ob es
dabei um die Anklage von Diktatoren ging die sich dem Wohlwollen des
amerikanischen Senats sicher sein konnten, oder aber um
Umweltengagements wie im "Clearwater"-Projekt
zur Rettung des Hudson River.
Wenn sich Pete heutzutage im Radio für seine brüchige
Stimme entschuldigt, um anschließend unter Darbietung seiner Songs
diese Aussage Lügen zu strafen, dann bleibt nichts als Begeisterung
für dieses Urgestein.

1) Michael
Kleff; Musikmagazin "Folker!", Nr. 2/99, S. 6, 3.+4.
Absatz
2)
Joseph Raymond McCarty wurde am 14.11.1909 in Grand Chut /
Wisconsin geboren. Er studierte Jura und war von 47-54
republikanischer Senator für Wisconsin. Von 1950 an hatte McCarthy
sein großes Ziel erreicht und aus seiner Paranoia einen Job
gemacht. Unter seiner Mitarbeit enstand ein ständiges "Kommitee
zur Bekämpfung unamerikanischer Umtriebe". 1953 übernahm
McCarthy schließlich den Vorsitz dieses Kommitees. Er starb am
2.5.57 in Bethesda im Bundesstaat Maryland.

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Stand: Sonntag, 01. Juli 2001
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