Toumani & Sidiki Diabaté – Toumani & Sidiki

Toumani & Sidiki Diabaté - Toumani & SidikiSeit meiner Jugend habe ich die Aussage „Die Wiege der Menschheit steht in Afrika“ im Ohr. Und immer wenn ich mich mit Musik vom schwarzen Kontinent beschäftigen darf, scheinen meine Gefühle diese Aussage zu bestätigen. Es gibt für mich kaum eine Region der Erde, die so viel mich berührende Musik in die Welt bringt.

Das wir in Europa mittlerweile einen recht breiten Zugang zur Musik aus Südafrika, Madagaska, Kenya, Ethiopian, Ghana, der Elfenbeinküste, Senegal und vor allem Mali haben, verdanken wir unter anderem mutigen Enthusiasten wie Mary Farqharson und Anne Hunt. Mitte der 80er mündete ihr Frust über den zu geringen Anteil überregionaler Musik in die Gründung des heute weltbekannten Labels WORLD CIRCUIT.

Als WORLD CIRCUIT Mitte der 90er Dank der Arbeiten von Ry Cooder mit Ali Farka Touré die Weltmusik-Charts eroberte, waren Farqharson und Hunt schon nicht mehr an Bord. Nick Gold lenkte schon seit einigen Jahren das Label allein. Geblieben ist, dass, wer sich für die Musik der Welt interessiert, blind auf die Veröffentlichungen von World Circuit vertrauen kann. So auch im vorliegenden Fall.

Ein erstklassiges Vater-Sohn-Projekt nämlich, schlicht betitelt mit „Toumani & Sidiki“.

Hier stimmt wirklich alles. World Circuit typisch wirkt das Cover wie aus einer anderen Zeit, und dabei doch typisch für LP-Entwürfe in vielen Ländern Afrikas. 50er Jahre Look mit sepia Touch in bunt. Selbst die CD kommt im Mini-LP-Sleve gleicher, schwerer Qualität, die schon haptisch Respekt vor der zu erwartenden Kunst fordert. Und dann die ersten Klänge. Was für ein Spiel.Toumani & Sidiki Diabaté - family

Auf der einen Seite der 1990 in Bamako geborene Sohn, der relativ Spät – mit 10 Jahren – zum Instrument des Vaters fand, ohne dabei seine Liebe zum Sprachgesang zu verleugnen. Sidiki gilt als einer der Hip Hop Produzent Malis. Ihm zur Seite sein Vater Toumani Diabate, gehandelt als der Weltbeste Kora-Spieler. Er war es, der die Tradition seines Vaters Sidiki Diabaté senior (1922-96) der Welt öffnete.

Umfassend ist all das und vieles mehr nachzulesen auf „toumaniandsiki.com“, der World Circuit Seite zur Veröffentlichung, die ich an dieser Stelle unbedingt empfehle, und wenn nur als reine Augenweide.

Für uns als Hörer liegt der Reiz nicht nur in der Tatsache begründet, das hier zwei Genies die 21-Seitige Kora in kaum fassbarer Vielfalt und Schönheit präsentieren. Es ist der Reiz, Vater und Sohn in diesem Spiel zu erkennen. Und das geht. Fantastisch.

http://www.toumaniandsidiki.com/

http://www.worldcircuit.co.uk/#Home