Tim Mcmillan – Wolves of Stünz

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Da sage noch mal einer es gäbe keine gute Musik mehr. Was für ein Quatsch. „Wolves of Stünz“, das mittlerweile vierte Album von Tim Mcmillan ist der Beweis für das Gegenteil.

Mcmillian stammt aus Australien, ist überall auf der Welt als Musiker gefragt und unterwegs, und hat ausgerechnet Leipzig als seine europäische Zentrale auserkoren. Daher auch der Name des Albums. Denn dort findet man den besagten Stünzer-Park, in dem Tim öfter sitzt und neues entstehen lässt.

Die ersten Töne von „The Low Light“, das Eröffnungsstück des Albums, deuten schon an wohin die Reise auf „Wolves of Stünz“ geht. Mcmillian frönt seiner Leidenschaft und Berufung als Saitenakrobat. Nicht umsonst ist er diplomierter Gitarrist sogenannter Endorser der australischen Gitarrenschmiede Cole Clark.

Mcmillan - aussen

Tim Mcmillan – Wolves Of Stünz
(by Nathan Davis)

Dennoch bietet uns Tim Mcmillan mit „Wolves of Stünz“ keine in Acryl geschossene Orgie an Selbstverliebtheiten. Vielmehr gelingt Mcmillan gleich zweierlei. Zum einen lässt er längst verloren geglaubte Prog-Rock-Fertigkeiten frisch aufleben, zum anderen entsteht unter seinen Fingern fast schon eine neue Gattung dieses Genres. Im Zusammenspiel mit seinem eher weichen Gesang könnte man etwa von ProgFolk oder ProgSongwriting reden.

Mcmillan - innen

Tim Mcmillan – Wolves Of Stünz
(by Nathan Davis)


Auf seinem Weg zu diesen eigenständigen Ergebnissen greift Mcmillan auf alles zurück, was musikalisch sein Leben berührt hat. So verwundert es dann nicht, hier ein kleines Dub-Fragment, dort einen Schnipsel aus der klassischen Musik oder leichte Pop-Anklänge zu vernehmen. Eines ist allen Stücken gemein: ihre Brüche.

Rückblickend kommen dem am ehesten frühe Arbeiten von Steve Hackett nah. Obwohl Mcmillan deutlich dezenter und folkiger ans Werk geht.

Abschließend muss unbedingt noch ein Lob an den Cover-Designer Nathan Davis geschickt werden. Denn so schließt sich der Kreis. Erinnert euch an Steve Hacketts „Voyage of the Acolyte“ oder „A Trick of the Tale“ von Genesis. Was wären die Alben ohne solche Cover gewesen? Genau dass scheint sich auch in der Kriese der Musikindustrie herum gesprochen haben. Immer mehr Alben erscheinen mit aufwendigen Cover-Artworks. So wird Musik endlich wieder ’sichtbar‘.

Und was unsereins sich immer gewünscht hat, die CD als LP im Mini-Format, gehört immer häufiger zur Regel.
Danke.